Familiengeschichten deutscher Auswanderer

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Geschichtsbücher berichten viel von Kaisern und Königen, Prinzen und Erzbischöfen, aber nicht von Menschen wie Ihnen und mir. Wir wissen nicht viel von den Menschen, die seit der frühen Neuzeit ihre geliebte Heimat verließen, weil sie Hunger und Not litten, oder ihrer Überzeugungen wegen verfolgt wurden.

Auswanderer aus dem Rheinland

In dieser Geschichte geht es um Rheinländer, die ihre geliebte Heimat verlassen haben, um sich in Amerika ein neues Leben aufzubauen. Dennoch bleibt ihre Heimat am Rhein ihnen im Herzen, und die Verbindung zu ihren Angehörigen und Freunden in Deutschland reißt sie ab. Im Gegenteil, Über Generationen und über den Atlantischen Ozean hinweg hält die Familie zusammen - sie sind auf zwei Kontinenten zuhause. Wir werden sie durch die die deutsche und amerikanische Geschichte von der Zeit Ludwigs XIV. von Frankreich bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieg begleiten.

Ein historischer Auswanderer: Carl Schurz

Eine wichtige historische Figur in dieser Geschichte ist Carl Schurz, ein Rheinländer, der nach der gescheiterten Revolution 1848/49 in die USA ging und dort ein bedeutender Staatsmann wurde.

Bei der Recherche zur englischen Version der Geschichte stieß ich auf ein Interview mit Barack Obama im Harper's Magazine, in dem ich folgende Textpassage fand: "[..] es ist Zeit, sich daran zu erinnern, dass die Republikaner in der Vergangenheit weitaus besser waren. [..] einst erhoben sie den politische Dialog der Nation, gaben uns Hoffnung und predigten eine neue Form des Patriotismus, der danach strebte, einzubinden anstatt zu spalten, der Bildung wertschätzte und Ignoranz strafte, der die Freiheiten unserer verfassungsmäßigen Ordnung pries und Tyrannen und Sklavenhalter verfluchte. [..] Unter diesen Republikanern [..] erinnere ich mich an Carl Schurz."

"Einzubinden anstatt zu spalten", das hat mich sehr bewegt. Heute wird der Zusammenhalt innerhalb einer Gesellschaft, innerhalb Europas und auch innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft in immer drängenderen Worten beschworen, doch zugleich tun sich immer mehr Gräben auf. Nun wurde meine Geschichte etwas länger - ich wollte mehr von Menschen schreiben, die Offenheit, Toleranz und Mitgefühl leben. Schenken wir den mutigen und rechtschaffenden Menschen unsere Aufmerksamkeit, denn sie sind es, die uns Hoffnung geben und Mut machen - nicht die oft zerstörerischen Schlagzeilen.

Angehörige und Freunde in Deutschland

Um die deutschen Angehörigen und Freunde der Auswanderer geht es in den Geschichten aus der Preußischen Rheinprovinz. www.rheinprovinz200.de. Da die Familien stets Kontakt zueinander halten, treffen sich auch die Geschichten. Der Erste Weltkrieg und die anschließende Alliierte Rheinlandbesetzung bringen US-Amerikaner an den Rhein.

Gefunden in:

Schurz: The True Americanism, Harper's Magazine:
http://harpers.org/archive/2008/11/hbc-90003773
abgerufen am 8. November 2011, Übersetzung: Petra Willnecker.